Eine (spirituelle) Liebeserklärung an den Vierbeiner

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Mimo 

Seit ich ein kleines Kind war, habe ich mir einen Hund gewünscht. Ohne jede Scheu habe ich jeden haarigen Vierbeiner dieser Sorte mit offenen Armen begrüßt und meine Mutter dabei jedes Mal in Angst und Schrecken versetzt. Erst im Erwachsenenalter, kurz nach dem Studium und nach einiger Überzeugungsarbeit bei meinem Partner, konnte ich mir diesen sehnlichen Herzenswunsch nach einem pelzigen Begleiter erfüllen, und wir adoptierten unseren kleinen Mops, damals ein „Scheidungskind“, der uns bis heute zum Lachen bringt und unsere Herzen erwärmt. Es ist erstaunlich, wie im Laufe der Jahre die Beziehung, die ich zu diesem Tier habe, immer tiefer geworden ist.

Was fasziniert mich und so viele andere Menschen so sehr an diesen Wesen?

Schon seit jeher leben wir gerne mit Tieren zusammen. Dabei haben Hunde (und auch Katzen) scheinbar mehr als andere Tierarten die Fähigkeit, uns tief zu berühren. Seit tausenden von Jahren leben die liebenswerten Fellnasen und wir Menschen nun miteinander, und während dieser Zeit ist eine einzigartige und enge Verbindung entstanden. Unsere Hunde brauchen keinen Stall, keinen Käfig, sie leben dicht an unserer Seite direkt im Zentrum unseres Lebens und begleiten uns überall hin, sei es ins Café, in die U-Bahn, zum Einkaufsbummel und im Glücksfall auch täglich in die Arbeit. Sie sind also „mittendrin, statt nur dabei“. Anders als auf Instagram und dergleichen müssen wir keine ästhetisch anspruchsvollen Posen in atemberaubend knappen Outfits einnehmen oder originelle Sprüche drücken, um mit ihrer Anerkennung und Zuneigung rechnen zu dürfen.

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Wir müssen sie auch nicht mit immer steigenden Verkaufszahlen beeindrucken oder mit ihnen Grundsatzdiskussionen über das moralische Für und Wider von Präimplantationsdiagnostik führen. Die glitzernde Verpackung und intellektuelle Höhenflüge interessieren sie nicht die Bohne. Sie lieben uns einfach. Bedingungslos.

Sie sind ulkig, verspielt, wild, oder gelassen und tiefenentspannt, und nehmen sich damit ganz selbstverständlich Dinge heraus, die uns im Laufe unserer Sozialisierung und Erziehung hartnäckig abtrainiert wurden, um schließlich als Erwachsene zu funktionieren – vermeintlich nur, versteht sich. Sie dabei zu beobachten ist erfrischend und erinnert uns ein Stück daran, wie bedeutend die einfachen Freuden des Lebens für unser Wohlbefinden sind: gutes Essen, Streicheleinheiten und Zuneigung, Bewegung, Schlaf. Der Funke der Unschuld in ihnen resoniert dabei mit etwas ganz tief in unserem Inneren.

 

„I found that when you are deeply troubled, there are things you get from the silent companionship of a dog that you can get from no other source.” Doris Day

 

Der Hund, Spiegel unserer Essenz

Irgendetwas in uns scheint zu spüren, dass Hunde Wesen sind, die sich noch nicht verloren haben in gedanklichen Konzepten.

Die Essenz des Hundes selbst ist ein Bewusstsein, das durchscheint, wenn man ihm in die Augen blickt, sagt Eckhart Tolle. Wenn wir in die Augen unseres Hundes blicken, dann fühlen wir dieses Bewusstsein. Das Wesentliche dieser Lebensform, das auch in uns herrscht, schaut uns an durch die Augen des Tieres, berührt etwas in uns, das tiefer ist als das gedankliche Selbst. edfEine leichte Lebendigkeit, ein sanfter innerer Frieden sind das, was wir durch die Unterbrechung des Flusses der Gedanken beim Blick in ihre Augen empfinden, ähnlich wie beim Beobachten eines überwältigenden Naturereignisses.

Die Message, die Hunde senden, ist immer die Gleiche. „Ich bin ich.“

 

All das macht sie zu wertvollen, lebensbejahenden Inseln der Kraft und Freude für uns, und wir sind dieser Gattung (und allen anderen auf unserem Planeten) nicht weniger schuldig, als sie zu achten und ihnen ein Leben nach ihren Bedürfnissen zu ermöglichen, egal wo auf der Welt und egal, welcher Rasse oder Nicht-Rasse sie angehören.

 

„Dogs are our link to paradise. They don’t know evil. To sit with a dog on a hillside on a glorious afternoon is to be back in Eden, where doing nothing was not boring … it was peace.” Milan Kundera

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